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60-80 % weniger Anrufe: So funktioniert die digitale Praxis-Rezeption

Die Aerztezeitung berichtet: Digitale Loesungen koennen 60-80 Prozent des Telefonaufkommens in Praxen eliminieren. Wir bestaetigen die Zahlen und zeigen die Umsetzung.

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60-80 % weniger Anrufe: So funktioniert die digitale Praxis-Rezeption

60–80 % weniger Telefonanrufe: So funktioniert die digitale Praxis-Rezeption

Die Aerztezeitung titelt „Mehr Zeit fuer Patienten: Digitale Loesungen machen die Praxis effizienter“ und beziffert das Einsparpotenzial auf 60 bis 80 Prozent weniger Telefonanrufe durch den Einsatz digitaler Werkzeuge. Eine beeindruckende Zahl – die wir aus der Praxiserfahrung bestaetigen koennen. Wir ordnen ein, wie diese Reduktion konkret erreicht wird.

Primaerquelle: Aerztezeitung – Mehr Zeit fuer Patienten: Digitale Loesungen machen die Praxis effizienter (2025)

Die Kernthesen im Ueberblick

  • Online-Rezeption kann 60–80 % des Telefonaufkommens reduzieren.
  • Digitales Formularmanagement spart erheblich Arbeitszeit bei Anamnese und Dokumentation.
  • MFA gewinnen Zeit fuer wertschoepfende Taetigkeiten statt repetitiver Telefonarbeit.

Unsere Einordnung: Bestaetigt – unter Bedingungen

Die genannten 60 bis 80 Prozent sind realistisch – aber sie sind kein Selbstlaeufer. Die Reduktion tritt nur ein, wenn drei Bedingungen gleichzeitig erfuellt sind: ein vollstaendiges digitales Angebot (nicht nur Terminbuchung), aktive Patientenkommunikation und konsequente Umsetzung im Praxisalltag. Praxen, die lediglich einen Online-Buchungslink auf ihre Website setzen, ohne ihn aktiv zu bewerben, erreichen erfahrungsgemaess nur 20 bis 30 Prozent Reduktion.

Die drei Saeulen der digitalen Praxis-Rezeption

Saeule 1: Online-Terminbuchung

Die Online-Terminbuchung adressiert den groessten Anrufblock. In einer typischen Praxis betreffen 50 bis 65 Prozent aller Anrufe Terminanfragen: Neubuchung, Umbuchung, Absage. Ein durchdachtes Online-System bildet all diese Szenarien ab.

Erfolgsfaktoren:

  • PVS-Integration fuer Echtzeit-Verfuegbarkeit – keine manuellen Abgleiche.
  • Automatische Terminbestaetigung und Erinnerung per SMS oder E-Mail.
  • Selbststaendige Umbuchung und Absage durch den Patienten.
  • Wartelistenfunktion fuer freigewordene Termine.

Saeule 2: Digitales Formularmanagement

Analoge Anamneseboegen, Einwilligungserklaerungen und Befundboegen verursachen doppelten Aufwand: Der Patient fuellt sie handschriftlich aus, die MFA tippt sie ins PVS ab. Digitale Formulare eliminieren diesen Medienbruch.

Der optimale Ablauf:

  1. Patient erhaelt 24 Stunden vor dem Termin einen Link zum digitalen Anamnesebogen.
  2. Patient fuellt den Bogen auf dem Smartphone oder PC aus.
  3. Die Daten fliessen automatisch ins PVS – kein Abtippen, keine Lesefehler.
  4. Der Arzt hat die Anamnese vor Betreten des Behandlungszimmers gelesen.

Zeiteinsparung: 5 bis 10 Minuten pro Patient. Bei 40 Patienten pro Tag sind das bis zu 6 Stunden gewonnene MFA-Arbeitszeit.

Saeule 3: Digitale Rezeptbestellung und Kommunikation

Rezeptbestellungen, Ueberweisungsanfragen und allgemeine Rueckfragen machen weitere 20 bis 30 Prozent des Telefonaufkommens aus. Ein digitales Kontaktformular mit strukturierten Kategorien (Rezept, Ueberweisung, Befundanfrage, Sonstiges) ermoeglicht asynchrone Bearbeitung. Die MFA bearbeitet gebuendelt statt reaktiv – das ist effizienter und weniger stressig.

Der Implementierungsfahrplan: 90 Tage zur digitalen Rezeption

Wochen 1–2: Analyse und Auswahl

Erfassen Sie das aktuelle Telefonaufkommen nach Kategorien. Waehlen Sie einen Anbieter, der alle drei Saeulen abdeckt und sich in Ihr PVS integriert. Schliessen Sie die AVV ab und pruefen Sie die DSGVO-Konformitaet.

Wochen 3–4: Einrichtung und Teamschulung

Konfigurieren Sie Termintypen, Formulare und Kommunikationskanaele. Schulen Sie das gesamte MFA-Team – nicht nur in der Bedienung, sondern auch in der Argumentation gegenueber Patienten. Jede MFA sollte erklaeren koennen, warum die digitale Buchung schneller und bequemer ist.

Wochen 5–8: Soft Launch und aktive Bewerbung

Starten Sie mit Bestandspatienten. Haengen Sie QR-Codes im Wartezimmer auf, drucken Sie den Buchungslink auf Terminkarten und Rezepte, versenden Sie eine Information per Post oder E-Mail an Ihren Patientenstamm.

Wochen 9–12: Optimierung und Skalierung

Analysieren Sie die Nutzungszahlen. Welche Termintypen werden am meisten online gebucht? Wo gibt es Abbrueche im Buchungsprozess? Optimieren Sie iterativ und fuegen Sie weitere Funktionen hinzu.

Was die Zahlen fuer Ihre Praxis bedeuten

Nehmen wir eine Praxis mit 150 Anrufen pro Tag als Beispiel. Bei 60 Prozent Reduktion fallen 90 Anrufe weg – das sind 4,5 Stunden weniger Telefonzeit pro Tag. Hochgerechnet auf ein Jahr spart das ueber 1.000 MFA-Arbeitsstunden. Umgerechnet in Personalkosten (bei 18 EUR/Stunde) ergibt das eine Einsparung von rund 18.000 EUR pro Jahr – oder die Kapazitaet, mehr Patienten zu versorgen, ohne zusaetzliches Personal einzustellen.

Fazit: Die digitale Rezeption ist wirtschaftlich und medizinisch sinnvoll

Die 60 bis 80 Prozent Reduktion des Telefonaufkommens sind keine Zukunftsmusik – sie sind mit den richtigen Tools und konsequenter Umsetzung innerhalb von 90 Tagen erreichbar. Das Ergebnis: MFA mit mehr Zeit fuer Patienten, Aerzte mit besserer Vorbereitung und Patienten mit weniger Wartezeit.

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Quellenbox
Primaerquelle: Redaktion Aerztezeitung, „Mehr Zeit fuer Patienten: Digitale Loesungen machen die Praxis effizienter“, aerztezeitung.de, 2025.
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