Online-Terminbuchung: Kein Luxus mehr, sondern Pflicht fuer jede Praxis
Das Deutsche Aerzteblatt berichtet auf Basis einer aktuellen Bitkom-Umfrage: 64 Prozent der Deutschen haben 2025 mindestens einmal einen Arzttermin online vereinbart. Der Anstieg ist rasant – von 36 Prozent im Jahr 2023 ueber 50 Prozent 2024 auf nun fast zwei Drittel der Bevoelkerung. Wir ordnen diese Entwicklung ein und zeigen, was sie fuer niedergelassene Aerzte und Zahnaerzte konkret bedeutet.
Primaerquelle: Deutsches Aerzteblatt – Digitale Terminvergabe mittlerweile Standard (12/2025)
Die Kernthesen im Ueberblick
- 64 % der Deutschen nutzen Online-Terminbuchung beim Arzt (2025).
- Spezialisierte Plattformen wie Doctolib, Jameda und Clickdoc werden von 58 % der Online-Bucher bevorzugt.
- Nur 25 % buchen ueber die eigene Praxis-Website – ein enormes, ungenutztes Potenzial.
Unsere Einordnung: Wir bestaetigen – und ergaenzen
Die Zahlen decken sich mit unserer Praxiserfahrung. Mehr noch: Wir sehen in der taeglichen Arbeit mit Arzt- und Zahnarztpraxen, dass der Trend sich 2026 weiter beschleunigt. Praxen, die ausschliesslich telefonische Terminvergabe anbieten, verlieren messbar Patienten – insbesondere in der Altersgruppe 25 bis 45 Jahre.
Was der Artikel nicht beleuchtet: Die 25 Prozent, die ueber die eigene Praxis-Website buchen, sind strategisch die wertvollste Gruppe. Waehrend Plattform-Patienten zwischen Praxen wechseln, binden eigene Buchungssysteme Patienten langfristig. Praxen, die in ein eigenes Online-Buchungssystem investieren, bauen einen unabhaengigen Patientenstamm auf.
Warum Plattform-Abhaengigkeit gefaehrlich ist
Die Dominanz von Doctolib und Co. birgt Risiken. Praxen, die ausschliesslich auf externe Plattformen setzen, geben die Kontrolle ueber ihre Patientenkommunikation ab. Preiserhoehungen der Plattformen, Algorithmus-Aenderungen oder Datenschutzprobleme treffen abhaengige Praxen hart. Eine Dual-Strategie ist deshalb empfehlenswert: Praesenz auf grossen Plattformen fuer die Neupatientengewinnung, kombiniert mit einem eigenen Buchungssystem fuer Bestandspatienten.
Praxistipps: So gelingt die digitale Terminvergabe
1. Eigenes Buchungssystem einrichten
Waehlen Sie ein Buchungssystem, das sich in Ihr Praxisverwaltungssystem (PVS) integriert. Achten Sie auf DSGVO-Konformitaet, Server-Standort Deutschland und eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung (AVV). Patienten sollten ohne Account-Erstellung buchen koennen.
2. Termintypen differenzieren
Nicht jeder Termin eignet sich fuer die Online-Buchung. Definieren Sie klare Kategorien: Routinetermine (Vorsorge, Kontrolle, PZR) online, Akuttermine ueber Telefon oder Akut-Slots. So vermeiden Sie Fehlbuchungen und halten Notfallkapazitaeten frei.
3. MFA-Team schulen und einbinden
Die Einfuehrung gelingt nur mit dem Team. Schulen Sie Ihre MFA im Umgang mit dem System und kommunizieren Sie den Vorteil: Weniger Telefonklingeln bedeutet mehr Zeit fuer die Patientenbetreuung vor Ort. Erfahrungsgemaess sinkt das Telefonaufkommen innerhalb von drei Monaten um 30 bis 50 Prozent.
4. Patienten aktiv informieren
Haengen Sie Hinweisschilder in der Praxis auf, drucken Sie den Buchungslink auf Rezepte und Visitenkarten. Aeltere Patienten brauchen eine Uebergangsphase – bieten Sie parallel weiterhin telefonische Buchung an.
5. Datenschutz priorisieren
Online-Terminbuchung verarbeitet Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO. Stellen Sie sicher, dass Ihr Anbieter eine End-to-End-Verschluesselung bietet, dass Einwilligungen dokumentiert werden und dass die Daten nach Zweckerfuellung geloescht werden.
Fazit: Jetzt handeln, bevor der Wettbewerb davonzieht
Die Zahlen sind eindeutig: Online-Terminbuchung ist 2026 kein Differenzierungsmerkmal mehr – sie ist Grundvoraussetzung. Praxen, die jetzt nicht umsteigen, verlieren Patienten an digital besser aufgestellte Wettbewerber. Der beste Zeitpunkt war gestern, der zweitbeste ist heute.
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Primaerquelle: Redaktion Deutsches Aerzteblatt, „Digitale Terminvergabe mittlerweile Standard“, aerzteblatt.de, Dezember 2025.
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